Eine Woche auf Korfu, Mai 2026
- Dietrich

- 15. Mai
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Mai

Das Wetter im Frühjahr 2026 war bisher nicht sonderlich erfreulich.
So erhoffen wir uns morgen nach unserer Ankunft angenehmere Temperaturen, als uns die kalte Sophie beschert hat.
16.05.2026
Wecker 04:30 Uhr, Uber 05:30 Uhr. Über die wunderbar leere A 100 zum BER, Baggage Drop off und Sichheitskontrolle flutscht auch. Pünktlicher Start und Landung nach 2:30 h, im Flugzeug auf bequemen Sitzen. Am Flughafen in Empfang genommen, 45 min Busfahrt in den Süden zu unserem Delfinia Hotel. Dort beginnt das Chaos. Andere Teilnehmer aus dem Westen und dem Süden der Republik sind schon früher im Hotel angekommen, sind aber immer noch ohne Zimmer und bereits genervt. Auch unsere Zimmer sind noch nicht fertig.
Alle müssen nun einen Anmeldeschein mit Informationen ausfüllen, die dem Reiseveranstalter schon lange vorlagen, nur leider dem Hotel nicht.
Dann soll es für alle eine Infoveranstaltung geben, dazu geht es in die Strandbar. Die Gruppe sitzt weit verstreut, im Hintergrund läuft Musik und unser Reiseleiter Michael beginnt, den ausgeteilten Informationszettel über das Reiseprogramm vorzulesen. Er liest ihn offensichtlich zum ersten Mal. Natürlich verstehen ihn in der Situation nicht alle und beschweren sich.
Ich mache den Vorschlag, doch die Musik leiser zu machen oder auszuschalten.
Michael ist aber weder kompetent genug, die Situation zu bewältigen, noch gewillt dazu.
Er ist vollständig unvorbereitet!
Auch an das versprochene Begrüßungsgetränk muss er erst von einem Teilnehmer erinnert werden.
Die Reisebetreuerin Heidi versucht die Situation zu retten, netter Versuch.
Der Unmut in der Gruppe ist deutlich zu spüren, auch die Vergabe der Hotelzimmer zieht sich unnötig.
Als wir schließlich unser Zimmer zugewiesen bekommen und es auch finden, kehrt etwas innerer Frieden ein. Ein nettes Zimmer mit schönem Balkon und Meerblick, auch die Sonne lässt sich zeitweise blicken.
Wir machen eine Erkundungstour des Hotels und einen ersten Spaziergang am Strand. Die Hotelanlage ist sehr nett, weites Gartengelände mit uralten bizarren Olivenbäumen und langem schmalen Kiesstrand, natürlich auch mit einem Pool. Die Hotelgebäude sind zweistöckig und auf dem Gelände verteilt.

Wir wollten um 19:00 Uhr zum Essen, wie sich zeigte, keine gute Zeit. Wir mussten auf die Platzierung länger warten, alles voll. Wir wurden dann zu einer, wie sich zeigte, sehr netten Dame platziert, auch aus unserer Gruppe und auch aus Berlin.
Das Buffetessen war in Auswahl und Qualität gut, mit griechischer Attitude. Dazu ein Fläschchen Retsina. An der Strandbar dann noch einen Ouzo als Absacker. Καληνύχτα (Kalinichta)!
Sonntag, 17.05.2026
Vor der Abreise zur Stadtbesichtigung von Kerkira (Korfu Stadt) trotz reichlicher Auswahl wirklich kleines Frühstück. Abfahrt um 09.00 Uhr. Gottseidank mit einer neuen Reiseführerin, einer gut deutsch sprechenden Einheimischen.
Auf der Hinfahrt einige interessante Fakten über die Insel und deren abwechslungsreiche Geschichte.
Der erste Stop ist der Aussichtspunkt „Kanoni“. Hier zeigt sich, dass nicht nur unsere bescheidene Gruppe diesen besuchen möchte, sondern auch die Gäste von zwei Kreuzfahrtschiffen. Wir können hautnah erleben, was diese Art zu Reisen mit den „überfallenen“ Orten macht.
Wir genießen trotzdem den schönen Ausblick, u. a. auf die Mäuseinsel.
Das Wetter hat sich beruhigt, in der Sonne ist es warm, insbesondere durch den frischen Wind ist es dennoch kühl, kühler als in dieser Jahreszeit zu erwarten.
Der Bus entlässt uns an der neuen Festung, einer beeindruckenden Anlage. Diese lassen wir allerdings rechts liegen und gehen durch eine Parkanlage, mit Statuen bzw. Gedenktafeln von für Korfu bedeutenden Persönlichkeiten, in Richtung der Weltkulturerbe Altstadt. Diese erkunden wir dann auf eigene Faust.
Kleine, belebte Gassen mit den typischen kleinen Geschäften und Restaurants. Hübsche kleine Plätze, die zum verweilen einladen. Es ist Sonntag und auch die Einheimischen füllen die Restaurants zur Mittagszeit.

Gegen 12:30 Uhr nimmt uns der Bus 🚌 wieder zur Fahrt zum Hotel auf.
Mittags gibt es einen Souvlakispiess in der Taverne am Hotelstrand. Den Nachmittag verbringen wir mit Faulenzen, bis zum Abendessen auf der Restaurantterrasse.
Montag, 18.05.2026
Heute klingelt der Wecker um grausame 07:00 Uhr.
Es steht die Rundfahrt in den Nordwesten und Nordosten der Insel an, Start 08:30 Uhr.
Erstes Ziel ist das Dorf Lakonia, das mit dem Bella Vista einen eindrucksvollen Aussichtspunkt bietet. Die Fahrt durch das Dorf auf dem Weg zum eigentlichen Aussichtspunkt verlangt dem Fahrer des Busses höchstes fahrerisches Können ab, teilweise auf beiden Seiten des Busses 10 cm. Chapeau!

Nachdem alles fotografisch festgehalten ist, genießen wir den herrlichen Ausblick auf Restaurantterrasse bei einem Fredo Cappucino.
Hier sind wir an der Nordwestküste. Von hier aus blickte man in Richtung Südspitze Italiens, dem Stielabsatz..Das nächste Ziel ist der Küsten- und Badeort Kassiopi an der Südostküste. Die Fahrt führt vorbei an einsamen Bergdörfern.
Die Straßen auf Korfu sind weitgehend eng und schlecht, nicht nur hier in den bergigen Regionen.
Aber überall ist Korfu von üppigem Grün. Die ganze Insel ist ein grüner Teppich. Also keine typisch griechische Insel. Wo auch immer etwas wachsen kann, wächst auch etwas. Vorherrschend sind die teilweise sehr alten Olivenbäume. Von denen soll es auf Korfu mehr als drei Millionen geben. Aus diesen Wäldern ragen typischerweise die nadelförmigen Zypressen heraus, ein schönes Bild. Aber auch Feigenbäume und Kumquat gehören zur Vegetation.

In Kassiopi angekommen, nehmen wir kleines Mittagsmal in einer Taverne ein,
griechischer Salat, dicke Bohnen und gegrillte Sardinen. Dazu ein Gläschen Weißen.
Meine liebe Karin, zwei Sardinen und der schöne Strand von Kassiopi
Das Ortsbild um den Hafen herum hat schon den typisch griechischen Flair.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Punkt der schmalsten Stelle zwischen Insel und Festland. Hier im Norden ist es Albanien.

Blick auf das albanische Festland.
Die Grenze von Albanien und Griechenland liegt etwa auf der Höhe der Inselhauptstadt.
Nun geht es heim in Richtung Hotel. Wir legen uns vor dem Dinner am Pool noch etwas in die Sonne.
19.05.2026.
Heute geht es erst um 09:00 Uhr los. Ziel der kleine Ort Paleokastritsas. So führt uns der Weg wieder zur westlichen Küste, ganz in die Nähe von Lakonos, welches wir gestern besuchten.
„Paleokastritsa ist eine Region mit einer außergewöhnlichen natürlichen Schönheit. Zweifellos ist der Ort allein schon wegen der Landschaft und der herrlichen Strände einen Besuch wert.“

Blick auf eine der Buchten von Paleokastritsas
Dort gibt es auf dem Berg ein altes Kloster.
„Auf der westlichen Halbinsel, hoch auf einem Felsen, liegt das Kloster Panagia Theotokos tis Paleokastritsas, das bereits im Jahr 1228 gegründet wurde, dessen heutige Gebäude jedoch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Hinter den weiß getünchten Mauern des Klosters gibt es gepflegte Gartenanlagen, blütenberankte Laubengänge, eine alte Ölmühle und ein kleines Museum, in dem alte Ikonen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert sowie eine korfiotische Bibel aus dem 13. Jahrhundert ausgestellt sind.“
Unsere Führerin zeigte uns mit vielen interessanten Erklärungen das Innere des Klosters.
Unten im Ort hätte die es Möglichkeit zu einer schönen Bootsfahrt durch die Buchten gegeben.
Die Zeit dafür war knapp bemessen, leider. Unmöglich machte unsere Teilnahme aber wieder der heuschreckenartige Einfall der Busse mit den Kreuzfahrtteilnehmern. Und wieder dürfen wir die Auswirkungen dieses Tourismus nicht nur auf die einheimische Bevölkerung, sondern auch auf den normalen Touristen wie wir am eigenen Leibe spüren. Das gehört verboten!
Auf der Rückfahrt sehen wir drei (!) Kreuzfahrtschiffe im Hafen der Hauptstadt liegen.
Auf dem Rückweg machen wir Stop an einem für Kumquatprodukte bekannten Geschäft einer Manufaktur. Neben Kumquat- gibt es eine Auswahl an weiteren Produkten der heimischen Herstellung. Olivenöl und -seifen, Hochprozentiges und auch das eine oder andere süße Schmankerl. Unser Korb füllt sich, aber der Bus drängt auf die Weiterfahrt.
Aber einige hübsche gefüllte Tüten treten mit uns den Heimweg an.
Zu Hause machen wir einen Spaziergang am Strand rechts vom Hotel. Der Weg wird gesäumt von Bars und Restaurants, zum Teil von erheblicher Größe. Aber nur wenige Plätze sind besetzt.
Wir lassen uns in einem nieder, Karin reizt das angebotene Thunfischsandwich.
Danach setzen wir unseren Hang fort, bis zu einem kleinen Flußlauf. Hier kostet das Übersetzen für die geschätzten zehn Meter einen Euro. Das scheint uns völlig überteuert und wir machen uns wieder auf den Heimweg zu unserem Hotel, wo bald das Abendessen auf uns wartet.
So gehen wir später mit dem guten Gefühl, morgen früh auszuschlafen zu können, zu Bett.
Mittwoch, 20.05.2026
Heute ohne Wecker, dennoch ziemlich früh wach.
Aber wir haben den ganzen Tag für uns.
Nach dem Frühstücken und kurzem Ausruhen auf dem Zimmer belegen wir zwei Liegen im schönen Garten unweit des Meeres. Karin klagt über den „kühlen“ Wind, der den Wohlfühlfaktor senkt. Ich nehme ein erfrischendes Bad im Meer und später auch im Pool, etwas wärmer als das Meer.
Mittags gibt es ein Clubsandwich in der Taverne.
So verbringen wir den Tag.
Mit dem Abendessen runden wir den Tag ab.
Donnerstag, 21.05.2026
Um 09:00 Uhr besteigen wir den Bus zum nächsten Ausflug, diesmal eher in südliche Gefilde. Ganz stimmt das nicht, weil unsere erste Station etwas weiter nördlich liegt, das Achilleon.
„Die österreichische Kaiserin Elisabeth, auch bekannt als Sissi, war eine von Schönheit besessene Frau. In der Region Gastouri, der heutigen Gemeinde Achilleion, etwa zehn Kilometer südlich der Stadt Korfu, baute sie 1890 einen Sommerpalast, der von dem mythischen Helden Achilles inspiriert ist. Der Palast befindet sich an einem Ort von dramatischer Schönheit über den Küsten Korfus. Kaiserin Sissi war fasziniert von altgriechischen Legenden und Mythologien. Sie widmete den Palast Achilles, ihrem Lieblingshelden. Der Schlossgarten, vollgepackt mit künstlerisch gestalteten Statuen des Pantheons der griechischen Götter und Göttinnen, bildet einen wahrhaft mythischen Rahmen.“
„Die kaiserlichen Gärten auf dem Hügel bieten einen majestätischen Blick auf die umliegenden grünen Hügelkämme und Täler, während das Ionische Meer im Hintergrund schimmert.
Nach Elisabeths Tod erwarb der deutsche Kaiser Wilhelm II. 1907 das Achilleion von ihren Erben und nutzte es als Sommerresidenz. Wilhelm beauftragte den Bildhauer Johannes Götz mit seiner eigenen Achillesstatue. Götz schuf eine imposante Bronzeskulptur, die als Wächterin der Gärten nach Norden zur Stadt hin hoch steht.“
Der sterbende (Sissi) und der siegende Achilles (Kaiser Wilhelm 2.), toller Ausblick auf das südliche Korfu)
Das ganze Ensemble ist ein wahres Kleinod der Insel. Nicht zu verstehen deshalb der sehr vernachlässigte Zustand des Gebäudes, das wegen Renovierung, von der allerdings nichts zu sehen ist, bereits seit fünf Jahren geschlossen ist. Ein wahrer Jammer!
Weiter geht es dann in ein Bergdorf in der Nähe, das wir durchschlendern. Viel Blumenschmuck, aber sonst nicht besonders sehenswert.
Weiter in den Süden in einen kleinen Ort am Meer mit breitem Sandstrand (!).
In einem schön am Strand gelegenen Restaurant machen wir Mittagspause, wir wählen Gyros (das musste einmal sein) und ein kleines Fläschchen Retsina. Lecker.
Weiter geht es zu einem weiteren Bergdorf (Chlomos), von dem aus ein steiler Weg zu einer Kirche und Friedhof auf einem Hügel führt. Bei der heutigen Wärme komme ich schon ins Schnaufen, man wird ja nicht jünger 🙄.
Oben angekommen belohnt uns ein wahrhaft traumhafter Ausblick in alle Richtungen.
Auf dem Friedhof und dann beim Abstieg haben wir Gelenheit zu einem interessanten Gespräch mit Mecini (?), unser Führerin. Zunächst über die griechische Beerdigungskultur, z. B. ist das Verbrennen von der Kirche nicht geduldet. Nach drei Jahren kostet eine Grabstelle, allerdings auf einem von angehenden Toten sehr begehrten Friedhof in Athen in bester Lage, pro Monat 200 €.
Daran schließen sich Gespräche über weitere soziale und politische Themen an. Solche Gespräche sind für uns immer ganz besondere Momente.
Dann bringt uns der Bus wieder zum Hotel, wo Mecini verabschiedet wird.
Das war gut mit ihr.
Freitag, 22.05.2026
Heute wartet, recht früh, Abfahrt um 08:00 Uhr, der Ausflug nach Paxos und Antipaxos auf uns. Mit dem Bus geht es in den Süden nach Lefkimmi und von dort nach kurzer Wartezeit mit Schiff Richtung Paxos.

Das Wetter ist herrlich, die Sonne strahlt vom Himmel, ich sitze oben auf dem Vorderdeck. Der Fahrtwind macht es erträglich. Bald haben wir die Westküste von Paxos erreicht. Wir fahren an einer eindrucksvollen Steilküste entlang. Dort liegen auch die beiden „Blauen Grotten”. Das Schiff fährt mit der Bugspitze tief in die Grotte, vielleicht noch ein, zwei Meter bis zum Fels.

Ähnlich sieht es in der zweiten Grotte aus. Das Wasser schimmert in den herrlichsten Blautönen.
Dann fahren wir um die Südspitze, um zum Hauptort Gaios zu gelangen. Vorbei an einer Insel, die im Privatbesitz der italienischen Familie Agnelli (u. a. Ferrari) ist. Dann kommen wir nach Gaios, einer ganz bezaubernden griechischen Ortschaft. Zum ersten Mal fühle ich mich auf dieser Reise in Griechenland, so wie ich es auf meinen Segelreisen in der Ägäis so geschätzt und genossen habe. Die Tavernen und Restaurants direkt an der Uferpromenade, an der auch die Segelyachten anlegen. Ich bin hin und weg.
Wir nehmen Platz in einer zauberhaften Taverne.
Dort stößt dann auch Heidi, unsere Reiseleiterin, zu uns.
Fortsetzung folgt.
Jetzt steigen wir gleich in den Flieger, der uns hoffentlich heil nach Berlin bringt.







































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